Private Altersvorsorge stärker an Modellen aus dem Ausland orientieren

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Das individuelle Nettovermögen der Deutschen ist bis 2017 auf knapp 103.000 Euro gestiegen. Dies hängt in der Regel mit einer selbstgenutzten Immobilie zusammen.

Das Vermögen der Deutschen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. heißt es: Individuelle Nettovermögen legen zwischen 2012 und 2017 im Schnitt um ein Fünftel an Wert zu. Waren es im Jahr 2012 noch knapp 85.000 Euro, stieg es bis 2017 auf knapp 103.000 Euro. Ostdeutsche liegen mit einem individuellen Nettovermögen von 55.000 Euro im Jahr 2017 weit unter diesem Schnitt. Erstmals wurden laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung auch die Kraftfahrzeuge und Studien-/Ausbildungskredite in die Vermögensberechnung miteinbezogen. Dies erhöhte das durchschnittliche Vermögen auf 108.000 Euro.

Ein weiteres Ergebnis: Personen, die zwischen 1940 und 1950 geboren wurden, in Westdeutschland leben und eine Immobilie besitzen, verfügen im Schnitt über besonders viel Vermögen. Eigentümer einer selbstgenutzten Immobilie verfügen im Schnitt über ein zehnmal so hohes Vermögen (rund 225.000 Euro) wie Personen, die zur Miete wohnen (24.000 Euro) – immerhin in Deutschland die Hälfte der gesamten erwachsenen Bevölkerung.

Bessere Möglichkeiten zur Vermögensbildung anbieten

Das DIW fordert, vor allem der Bevölkerung mit unteren und mittleren Einkommen bessere Möglichkeiten zur Vermögensbildung anzubieten, um auch drohender Altersarmut vorzubeugen. Die bisherigen Instrumente wie Baukindergeld, Wohnungsbauförderung und Arbeitnehmersparzulage förderten nur einen begrenzten Personenkreis und dies oftmals nur mit geringen Beträgen. Privater Immobilienbesitz könne viel effizienter gefördert werden – zum Beispiel durch ein staatliches Mietkaufmodell. Es biete sich laut DIW an, insbesondere die private Altersvorsorge stärker an Modellen aus dem Ausland zu orientieren, die weitaus höhere Renditen erzielen als die in Deutschland geförderten Riester- und Rürup-Renten.

Daher tut eine strukturierte private Altersvorsorge Not, um dieses Risiko bestmöglich zu begrenzen und den Ruhestand zu einer finanziell angenehmen Zeit werden zu lassen. Es gilt die Regel: Wer früher spart, hat länger etwas davon. Die Rechnung dahinter ist ganz einfach. Ein Sparer, der mit 35 Jahren beginnt, etwas für die Ruhestandsfinanzierung zu tun, hat dafür mehr als 30 Jahre Zeit und profitiert damit neben der langen Dauer der Einzahlungen von der langfristigen Entwicklung von Zins und Zinseszins. Wer hingegen bis zum 50. Lebensjahr wartet, hat nur etwa die Hälfte der Zeit, um für die Rente vorzusorgen. Das bedeutet: Entweder er muss mit weit mehr als der doppelten Beitragshöhe operieren, oder aber er nimmt wesentlich niedrigere Auszahlungen in Kauf.

ABOUT THE AUTHOR: Stephanie Baab

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